In the exhibition by Kunstverein Art City e.V. in Kreuzberg, Moritz Lindur once again confronts social realities that too often remain hidden from view. With Out of Love, he explores the world of transactional intimacy—an arena shaped by economic pressures, linguistic barriers, and societal marginalization.
At the center of the work is a large-scale oil painting in deep red—a color that simultaneously evokes seduction and warning. Its painterly quality, its sensual surface and intricate details irresistibly draw the viewer in, inviting close inspection. Yet, as one steps nearer, a shift occurs: the painting’s beauty collides with its unsettling subject matter. The work is based on price lists and descriptions of sex workers found online, documentary fragments of a reality rarely granted space in public discourse.
As in much of Lindur’s practice, language plays a crucial role—not only in making realities visible but in exposing the ways in which they are constructed. The coded phrasing of these advertisements oscillates between service and intimacy, revealing the very tension that underpins the work itself.
What sets Out of Love apart is Lindur’s personal perspective. His firsthand experiences within this milieu infuse the work with an immediacy that goes beyond mere social critique. It is precisely this contrast—the formal beauty of the painting and the harshness of its content—that makes the piece so striking. Amidst the group exhibition, it sparked intense discussion, provoking both discomfort and reflection. Once again, Lindur renders an overlooked reality inescapable—challenging the viewer to confront what is too often ignored.
DE: In der Ausstellung des Kunstvereins Art City e.V. in Kreuzberg widmet sich Moritz Lindur einmal mehr der Konfrontation mit gesellschaftlichen Realitäten, die allzu oft im Verborgenen bleiben. Mit Aus Liebe nimmt er sich der Thematik der käuflichen Liebe an – einem Feld, das von ökonomischen Zwängen, Sprachbarrieren und gesellschaftlicher Marginalisierung geprägt ist.
Zentrales Element der Arbeit ist ein großformatiges Ölbild in tiefem Rot – eine Farbe, die zugleich Verführung und Warnung signalisiert. Die malerische Qualität des Werkes, seine sinnliche Oberfläche und Detailtiefe ziehen den Betrachter unwiderstehlich an, verleiten dazu, näherzutreten, sich in der ästhetischen Komposition zu verlieren. Doch mit der Annäherung vollzieht sich eine Wendung: Die Schönheit des Bildes kollidiert mit seinem Inhalt. Grundlage der Arbeit sind Preislisten und Beschreibungen von Sexarbeiterinnen aus dem Internet, dokumentarische Fragmente einer Realität, die im öffentlichen Diskurs selten Raum findet.
Wie so oft in Lindurs Werk geht es nicht nur um das Sichtbarmachen, sondern auch um die sprachliche Konstruktion von Wirklichkeit. Die Codes und Formulierungen der Anzeigen sprechen eine eigene, oft verschleiernde Sprache – eine, die zwischen Dienstleistung und Intimität oszilliert und in ihrer Ambivalenz genau das Spannungsfeld aufzeigt, in dem die Arbeit operiert.
Lindur bringt in Aus Liebe nicht nur analytische Distanz, sondern auch eine persönliche Perspektive mit ein. Seine eigenen Erfahrungen mit diesem Milieu verleihen der Arbeit eine Unmittelbarkeit, die sich von bloßer Sozialkritik abhebt. Es ist gerade dieser Kontrast – die formale Schönheit der Malerei und die Härte ihres Inhalts – der die Arbeit so eindringlich macht. Inmitten der Gruppenausstellung sorgte sie für intensive Gespräche, für Irritation und Reflexion gleichermaßen. Lindur gelingt es einmal mehr, eine verdrängte Realität unübersehbar zu machen – und dem Betrachter zuzumuten, sich ihr zu stellen.
In the exhibition by Kunstverein Art City e.V. in Kreuzberg, Moritz Lindur once again confronts social realities that too often remain hidden from view. With Out of Love, he explores the world of transactional intimacy—an arena shaped by economic pressures, linguistic barriers, and societal marginalization.
At the center of the work is a large-scale oil painting in deep red—a color that simultaneously evokes seduction and warning. Its painterly quality, its sensual surface and intricate details irresistibly draw the viewer in, inviting close inspection. Yet, as one steps nearer, a shift occurs: the painting’s beauty collides with its unsettling subject matter. The work is based on price lists and descriptions of sex workers found online, documentary fragments of a reality rarely granted space in public discourse.
As in much of Lindur’s practice, language plays a crucial role—not only in making realities visible but in exposing the ways in which they are constructed. The coded phrasing of these advertisements oscillates between service and intimacy, revealing the very tension that underpins the work itself.
What sets Out of Love apart is Lindur’s personal perspective. His firsthand experiences within this milieu infuse the work with an immediacy that goes beyond mere social critique. It is precisely this contrast—the formal beauty of the painting and the harshness of its content—that makes the piece so striking. Amidst the group exhibition, it sparked intense discussion, provoking both discomfort and reflection. Once again, Lindur renders an overlooked reality inescapable—challenging the viewer to confront what is too often ignored.
DE: In der Ausstellung des Kunstvereins Art City e.V. in Kreuzberg widmet sich Moritz Lindur einmal mehr der Konfrontation mit gesellschaftlichen Realitäten, die allzu oft im Verborgenen bleiben. Mit Aus Liebe nimmt er sich der Thematik der käuflichen Liebe an – einem Feld, das von ökonomischen Zwängen, Sprachbarrieren und gesellschaftlicher Marginalisierung geprägt ist.
Zentrales Element der Arbeit ist ein großformatiges Ölbild in tiefem Rot – eine Farbe, die zugleich Verführung und Warnung signalisiert. Die malerische Qualität des Werkes, seine sinnliche Oberfläche und Detailtiefe ziehen den Betrachter unwiderstehlich an, verleiten dazu, näherzutreten, sich in der ästhetischen Komposition zu verlieren. Doch mit der Annäherung vollzieht sich eine Wendung: Die Schönheit des Bildes kollidiert mit seinem Inhalt. Grundlage der Arbeit sind Preislisten und Beschreibungen von Sexarbeiterinnen aus dem Internet, dokumentarische Fragmente einer Realität, die im öffentlichen Diskurs selten Raum findet.
Wie so oft in Lindurs Werk geht es nicht nur um das Sichtbarmachen, sondern auch um die sprachliche Konstruktion von Wirklichkeit. Die Codes und Formulierungen der Anzeigen sprechen eine eigene, oft verschleiernde Sprache – eine, die zwischen Dienstleistung und Intimität oszilliert und in ihrer Ambivalenz genau das Spannungsfeld aufzeigt, in dem die Arbeit operiert.
Lindur bringt in Aus Liebe nicht nur analytische Distanz, sondern auch eine persönliche Perspektive mit ein. Seine eigenen Erfahrungen mit diesem Milieu verleihen der Arbeit eine Unmittelbarkeit, die sich von bloßer Sozialkritik abhebt. Es ist gerade dieser Kontrast – die formale Schönheit der Malerei und die Härte ihres Inhalts – der die Arbeit so eindringlich macht. Inmitten der Gruppenausstellung sorgte sie für intensive Gespräche, für Irritation und Reflexion gleichermaßen. Lindur gelingt es einmal mehr, eine verdrängte Realität unübersehbar zu machen – und dem Betrachter zuzumuten, sich ihr zu stellen.
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